Wie alles begann ...

Der Mönch Martin Luther aus Wittenberg macht sich Gedanken. Über seine Kirche, Gott und seinen Glauben. Er kommt zu der Erkenntnis, dass Gottes Gnade ein Geschenk ist. Bislang hatte er gedacht, dass jeder Mensch sie sich erst verdienen muss. Luther fasst seine Kritik an Papst und Kirche sowie seine Gedanken in 95 Thesen zusammen. 1517 macht er sie öffentlich. Ein Paukenschlag, der seine Kreise zieht. Papst und Kaiser richten sich gegen ihn. Doch die Bewegung, die er mit seinen Gedanken ausgelöst hat, ist nicht mehr aufzuhalten. An vielen Orten finden sich Menschen, die sich seiner Lehre anschließen. Später wird man sie evangelisch nennen. Bis heute berufen sich alle evangelische Christinnen und Christen auf diesen Paukenschlag, ausgelöst durch Martin Luther.

Wer waren wichtige Personen?

Neben Martin Luther, dem bekanntesten Reformator, gab es viele andere, die den evangelischen Glauben verbreiteten. Huldrych Zwingli und Johannes Calvin reformierten große Teile der Schweiz. In Württemberg spielte Johannes Brenz eine wichtige Rolle. Für die Gründung von Schulen und die Reform von Universitäten war Philipp Melanchthon verantwortlich. Jede dieser Personen trug ihre eigenen Gedanken und Überzeugungen zur reformatorischen Bewegung bei. Es wurde viel diskutiert und kritisch hinterfragt. Bis heute gibt es deshalb verschiedene evangelische Strömungen. Klar ist, ohne all die Mitstreiterinnen und Mitstreiter Martin Luthers hätte die Reformation keine so große Ausbreitung gefunden.

Was merken wir heute noch von der Reformation?

Der evangelische Glaube ist bis heute geprägt von einem Gott, der gnädig ist und alle Menschen liebt. Gott traut dem Menschen einiges zu: kritisch zu denken, zu hinterfragen, zu verändern. In Verantwortung für sich und die Menschen zu leben, zählt bis heute zu den wichtigsten Grundsätzen des evangelischen Glaubens. Deshalb steht auch jedem Menschen Bildung zu. Die Bildung soll dem Menschen helfen, eine eigene Meinung über Gott, die Welt und das eigene Tun zu bekommen.

Was hat es mit dem Reformationsjubiläum auf sich?

2017 feiern die evangelischen Kirchen weltweit ihr 500-jähriges Bestehen. Viele nutzen es, um über ihre Wurzeln nachzudenken. Auch über das Verhältnis zur katholischen Kirche und anderen Religionen denken sie verstärkt nach: Wo können Grenzen überwunden werden? Wo liegen Unterschiede? Diskutieren wir weiter darüber, tolerieren wir sie oder akzeptieren wir sie?
Das Jubiläum bietet zudem die Chance, aktuelle Themen aus Gesellschaft und Politik konkret in den Blick zu nehmen. Was läuft gut? Wo braucht es eine Veränderung?
Die Reformation hat bis heute eine große Bedeutung. Aus diesem Grund feiern wir sie. Und deswegen ist der 31. Oktober 2017 in ganz Deutschland ein einmaliger, gesetzlicher Feiertag.

 


Quelle: Hamburger Senat


Quelle: Evangelisches Jugendwerk Württemberg
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